Nur wer das Abenteuer wagt, wird neue Welten entdecken!

Mit diesem Motto im Gepäck ging es für mich im November 2017 zum 2. Mal nach Australien. Diesmal stand die Westküste Australiens auf dem Plan. Vor mir lagen nun 3 Wochen Allradabenteuer von der sonnenverwöhnten Stadt Perth über den Coastal Highway bis nach Exmouth und über das staubige Outback zurück.  

Meine Reise begann schon am Check-in Schalter bei Emirates mit einem absoluten Highlight. Ich durfte auf meinem Flug von München nach Perth ausgiebig die Business Class unter die Lupe nehmen. Ein absolutes Highlight, insbesondere bei der Airline Emirates.

Nach 16 Stunden und einem kurzen Zwischenstopp in Dubai befinde ich mich auf dem Landeanflug auf Perth. Schon der Blick aus dem Flugzeug lässt mich erahnen, was mich an der Westküste Australiens erwartet. Weiße Sandstrände, Korallengärten, endloses Outback und einzigartige Nationalparks. Das Abenteuer kann beginnen.

Die ersten Tage verbringe ich im Sullivans Hotel in Perth. Ein ideales Stadthotel direkt am Swan River gelegen und perfekt für alle Reisende die dem Großstadttrubel ein wenig entfliehen wollen aber trotzdem zentrumsnah wohnen möchten. Bevor es mit dem Allradcamper auf Tour geht, verbringe ich noch eine Nacht im Como The Treasury. Ein wirklich schickes Boutique Hotel in einem atemberaubenden Gebäude aus dem 19. Jahrhundert direkt an Cathedral Square. Hier befinden Sie sich wirklich mitten im Geschehen und finden trotzdem absolute Ruhe und Entspannung.

abenteuer westaustralien3109.

Das erste Highlight meiner Reise ist neben Perth die kleine Insel Rottnest Island. Nur etwa 18 Kilometer vom Festland entfernt offenbart sich hier ein wirklich kleines Inselparadies. Weiße Sandstrände und das türkis-schillernde Wasser des Indischen Ozeans laden zum Entspannen ein. Hier möchte man am liebsten überall einen kurzen Stopp einlegen, auf eine Klippe sitzen und auf das Meer schauen.  Die Insel erkundet man am besten mit einem Fahrrad, da auf Rottnest Island auch keine Fahrzeuge erlaubt sind. Besondere Freude hatte ich an den Quokkas, den kleinen Beuteltieren, die diese Insel zu Ihrer Heimat erklärt haben. Halten Sie während Ihrer Fahrradtour immer die Augen auf, denn in den Büschen verstecken sich diese kleinen Lieblinge, die das Herz jeden Besuches zum Schmelzen bringen.

abenteuer westaustralien quokkas rottnest island

Mit dem Allradcamper von Crikey ging dann endlich unsere abenteuerliche Reise entlang der Westküste los. Voll ausgestattet, bietet der Safari Camper wirklich jeglichen Komfort den man für eine abenteuerliche Reise in Australien benötigt. Das Zelt befindet sich in einem Anhänger, das in wenigen Minuten und mit sehr wenigen Handgriffen ganz unkompliziert aufgebaut werden kann. Was ich als besonders angenehm empfand, war die Möglichkeit den Anhänger an den Campingplätzen stehen zu lassen und nur mit dem Allradcamper die Gegend erkunden zu können. Sie müssen somit nicht jeden Tag die Zelte abbrechen, wenn Sie nur das umliegende Gebiet erkunden möchten. Wir sind endlich unterwegs und können gar nicht fassen, wie menschenleer teilweise die Straßen und Highways sind. Wirklich ein absoluter Kontrast zur doch quirligen Ostküste Australiens.

Unser erster Stopp führte uns zu den berühmten Pinnacles im Nambung Nationalpark. Die vom Wetter geformten Felstürme geben besonders beim Sonnenauf- und Untergang ein fantastisches Fotomotiv ab. Die Sonne taucht die Felsen in zauberhafte Gelb-, Orange- und Rottöne. Außerdem sind morgens und abends weniger Touristen unterwegs und man kann gemütlich zwischen den Felstürmen hindurch laufen. Halten Sie die Augen auf, gerne lassen sich in den ruhigen Morgen- und Abendstunden Kängurus beobachten, wie Sie durch die teilweise meterhohen Felstürme hindurch springen.

abenteuer westaustralien3265

Auf dem Coastal Highway folgt ein Highlight nach dem nächsten und ich komme gar nicht mehr aus dem Staunen raus. Auf unserer nächsten Etappe zum Kalbarri Nationalpark passieren wir den Pink Lake. Dieser halb ausgetrocknete Salzsee befindet sich direkt am Highway und kann auf dem Weg zum Kalbarri gar nicht verpasst werden. Ein irres Naturphänomen, wenn man bedenkt, dass der rosa Farbton nur von einer Alge im See entsteht. Angekommen im Kalbarri unternehmen wir einige kurze Wanderung durch den Nationalpark wo wir spektakuläre Blicke auf die Felslandschaft und den Canyon erhaschen. Was natürlich keinesfalls fehlen darf ist der Besuch des berühmten Nature Window.

abenteuer westaustralien3984

abenteuer westaustralien3791

abenteuer westaustralien3824

Zu meinem absoluten Highlight zählte unsere nächst Etappe auf die Peron Halbinsel. Hier machten wir einen Stopp am Shell Beach. Der Strand erstreckt sich über 100 Kilometer und ist übersät von Millionen kleiner Muscheln. Der Kontrast der weißen Muscheln mit dem im Hintergrund schillernden türkisen Lagune ist einfach unglaublich. Ziel unserer Reise auf der Peron Halbinsel war Monkey Mia. Natürlich bekannt für zahmen Delfine, die regelmäßig am Morgen zum Strand kommen. Auch ich hatte das Glück und konnte diese faszinierenden Meeresbewohner aus nächster Nähe bestaunen und sogar einen davon mit einem leckeren Fisch füttern.  Am nächsten Morgen wollten wir unser Allradfahrzeug mal auf Herz und Nieren testen. Es ging in den Francois Peron Nationalpark. Die sandige Piste durch den Nationalpark verspricht wirklich das pure Allrad- und Outbackerlebnis. Der schmale Allrad Track mit seinem leuchtend roten Sand führte uns durch flaches Buschland bis an die Spitze zum Cape Peron. Hier erwartet einen wirklich ein Farbenspiel, das uns nicht mehr aus dem Staunen gebracht hat. Über Sanddünen und durch den Busch ging es zu Fuß an menschenleere Strände wie z.B. dem Bottle Bay oder Gregories mit einzigartiger Küstenlandschaft. Wir konnten von unterschiedlichen Aussichtspunkten unzählige Vögel, Robben und Meeresbewohner wie Delfine, Rochen und auch Schildkröten beobachten. Auch während der Fahrt kreuzte uns ab und an ein Echidna oder eine riesige Echse. Auf unserer Rückreise machen wir noch einen Stopp bei der Big und Little Lagoon – beides wirklich sehenswerte Lagunen wo man sich eine erfrischende Abkühlung gönnen kann. Den Nationalpark kann ich allerdings nur für geübte Allradfahrer empfehlen. Ansonsten gibt es auch geführte Tagestouren in einer Kleingruppe in den Nationalpark. Verpassen sollte man diesen Geheimtipp auf keinen Fall.

abenteuer westaustralien4190

australien westkueste cindy bilder540x360

Mit unglaublich tollen Erlebnissen haben wir die Halbinsel Peron verlassen und uns auf den Weg nach Exmouth weiter nördlich gemacht. Schon bald erreichen wir den kleinen Urlaubsort Coral Bay wo wir das zweitgrößte Korallenriff Australiens erkunden. Das Ningaloo Reef kann in Coral Bay direkt vom Strand aus erkundet werden. Von der geschützten Bucht Bill’s Bay erkunden wir den kilometerlangen Korallengarten mit unzähligen bunten Fischen. Am späten Nachmittag ging es noch auf einen ausgiebigen Strandspaziergang gen Norden zum Point Maud. Hier waren wir fast allein unterwegs und bei Ankunft erwarteten uns unzählige Riffhaie in einer kleinen Bucht.

Von Coral Bay ging es weiter gen Norden bis nach Exmouth. Nach einem kurzen Stopp im Supermarkt haben wir uns reichlich eingedeckt, denn für die nächsten zwei Tage ging es in den Cape Range Nationalpark. Hier erlebten wir Natur pur. Eine spektakuläre Landschaft aus leuchtend rot-weißen Felsen, schwindelerregenden Canyons und wunderschönen Sandstränden erwartet uns hier.Wir übernachteten auf einfachen Campsites direkt am Meer. Morgens wurden wir vor unserem Zelt von unzähligen Kängurus begrüßt und abends konnten wir beobachten, wie die Sonne die felsige Umgebung in ein feuerrotes Licht tauchte. Der Cape Range Nationlapark lässt sich perfekt mit dem Mietfahrzeug oder dem Camper erkunden. Eine geteerte Straße führt einmal komplett durch den ganzen Nationalpark und alle Sehenswürdigkeiten, Aussichtspunkte oder Wanderungen sind perfekt beschildert. Uns zog es zunächst an die südlichste Spitze des Cape Range bis nach Yardie Creek. Hier unternahmen wir eine kurze Wanderung entlang des Canyons. Immer wieder kreuzten kleine Echsen und Kängurus unseren Weg. Nach dieser kurzen aber trotzdem schweißtreibenden Wanderung ging unsere Fahrt weiter zum Turquoise Bay. Der perfekte Ort um den Nachmittag mit Schwimmen, Schnorcheln und Sonnenbaden zu verbringen.

abenteuer westaustralien4924

abenteuer westaustralien5047

abenteuer westaustralien5151

Am nächsten Morgen wollten wir nochmal sportlich aktiv werden und haben uns trotz der extremen Hitze die Rundwanderung durch die Mandu Mandu Gorge vorgenommen. Die Wanderung führte uns zunächst durch ein breites ausgetrocknetes Flussbett entlang roter Steilklippen. Die zweite Etappe führte uns dann auf einem steilen und schmalen Pfad auf die Klippen hinauf. Hier erwartete uns ein grandioser Panoramablick über die Schlucht, den Felsen und das schillernde Meer am Horizont. Oben angekommen folgt man dem schmalen Wanderpfad auf den steilabfallenden Klippen zurück bis zum Parkplatz. Wo man sich zuvor in der Schlucht noch wie eine Ameise zwischen den hoch aufragenden Felsen vorkam, hatte man oben angekommen das Gefühl unendlich groß zu sein. Mein Tipp für diese Wanderung: Trotz der kurzen Wanderung von bloß 3 km kann es bei starker Hitze sehr anstrengend werden, also viel Wasser und Sonnenschutz mitnehmen. Auch empfiehlt sich diese Wanderung am frühen Morgen, da es zum einen noch angenehmere Temperaturen hat und auch viele Tiere noch unterwegs sind. Bei der starken Mittagshitze verkriechen sich die meisten Tiere an schattigen Plätzen und dann wird man bis auf ein paar Echsen und Vögeln nicht mehr viel Wildlife antreffen.

abenteuer westaustralien5122

abenteuer westaustralien5149

abenteuer westaustralien5219

abenteuer westaustralien5069

Nach diesen unglaublich eindrucksvollen Tagen sagten wir der Küste erstmal adé und fahren in das Outback. Eine fast 10-stündige Reise in den Karijini Nationalpark lag vor uns. Die Fahrt führte uns vorbei an meterhohen Termiten Hügeln, staubiges Buschland und endlosen Ebenen.

Die nächsten zwei Nächte verbrachten wir im Karijini Eco Retreat. Das Resort liegt wunderschön inmitten des Nationalparks und bietet großzügige Campingplätze und auch feststehende Safarizelte für das absolute Glamping-Erlebnis. Wir wanderten durch spektakuläre Schluchten, marmorierte Felstunnel und gönnten uns eine Abkühlung in den zahlreichen natürlichen Pools. Einer der wohl beeindruckensten Schluchten war für mich die Dales Gorge. Abenteuerlich wurde es bei der Wanderung in die Hancock Gorge. Zunächst relativ unscheinbar und einfach machbar entpuppte sich dieser Weg als reines Abenteuer. Nach einer kurzen Wanderung durch die Schlucht waren unsere Kletterkünste gefordert. Wer den Weg durch das Wasser wählt muss Rucksack und Kleidung zurücklassen, da bei der Hälfte das Wasser bis zur Brust reicht. Alternativ kann man sich entlang der Felswand mehr oder weniger entlang hangeln und klettern. Dieser Weg ist definitiv nur für trittfeste und schwindelfreie Personen zu empfehlen.  Angekommen erwartete uns schon die nächste Herausforderung – ein schmaler felsiger Durchgang namens „Spider’s Walk“. Allein schon dieser Name lies mich kurz erschaudern, da Spinnen nicht gerade zu meinen besten Freunde gehören. Beim Einstieg in den Durchgang war aber schon sehr schnell klar warm dieser Weg diesen Namen bekommen hat. Man schlängelt sich auf allen Vieren wie eine Spinne an den Wänden entlang. Belohnt wurden wir mit dem erfrischenden Kermits Pool am Ende der Wanderung.

abenteuer westaustralien karijini eco retreat eco tents

abenteuer westaustralien karijini 26

Nach unserem Besuch im Karijini ging es nun wieder Richtung Süden entlang des Northern Highways. Wir passierten die Bergbaustädte Newman und Meekatharra. In Mount Magnet, dem kleinen Goldgräberstädtchen hatten wir das Gefühl zurück in der Zeit des Goldrausches gereist zu sein. Man spürt hier immer noch den Flair dieser Zeit. In Paynes Find erwartete uns ein absolutes Highlight. Wir besuchten das Pilroc Retreat. PilRoc Retreat widmet sich der Rettung und Rehabilitation verwaister und verletzter Wildtiere. David und Gail haben uns herzlich auf Ihrer kleinen Farm empfangen. Wir wussten gar nicht was uns hier erwartet aber als die Haustüre aufging und wir hereingebeten wurden fing mein Herz an zu schmelzen. Kleine Baby-Kängurus hüpften um uns herum und an den Wänden hingen kleine Stoffbeutel wo die Kleinen ihre Köpfe rausstreckten und uns neugierig unter die Lupe nahmen. Wir durften die Babys mit der Flasche füttern und mit Ihnen spielen. Draußen vor dem Haus gab es dann noch ein größeres Gehege für alle Kängurus die wieder gesund waren und kurz vor der Auswilderung standen. Auch kümmerten sich Gail und David um einen verletzten Papagei und einige Greifvögel. Jedes Tier welches aufgrund eines Verkehrsunfalls verletzt oder verwaist wurde findet hier einen Platz zum gesund werden. Eines meiner absoluten Highlights auf unserem Westaustralien-Trip.

Mein Fazit: Westaustralien ist das Mekka für jeden Naturliebhaber und Abenteurer. Von der schillernden Korallenküste über unendlichen Weiten bis ins tiefste staubige Outback gibt es hier unzählige Orte zu entdecken. Wer Lust auf ein einzigartiges Naturerlebnis hat, der sollte die Westküste Australiens unbedingt bereisen.